Philosophie
Die AWO-OPR leistet Soziale Arbeit, die sozialen Wandel, Problemlösungen in menschlichen Beziehungen sowie die Ermächtigung und Befreiung von Menschen fördert, um deren Wohlbefinden zu verbessern. Indem sie sich auf Theorien menschlichen Verhaltens sowie sozialer Systeme als Erklärungsbasis stützt, interveniert die Soziale Arbeit der AWO-OPR im Schnittpunkt zwischen Individuum und Umwelt/Gesellschaft. Dabei sind die Prinzipien der Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit für die Soziale Arbeit der AWO-OPR von fundamentaler Bedeutung.
(angelehnt an die Definition des Internationalen Berufsverbandes Sozialer Arbeit – IFSW -, Montreal 2000)
- Die AWO-OPR unterstützt AdressatInnen bei der Lösung individueller Probleme unter Berücksichtigung eines systematischen Zusammenhanges zwischen individueller Bedürfnisbefriedigung, Sozialstruktur und Kultur. Dabei geht sie davon aus, dass soziale Systeme für die Bedürfnisbefriedigung der Menschen da sind und nicht umgekehrt die Menschen für die Existenz sozialer Systeme.
- Die AWO-OPR thematisiert alle Formen gesellschaftlicher Diskriminierung in Bezug auf alle möglichen Gruppen, sei es arm und reich, gebildet und ungebildet, weiss und schwarz, behindert und nichtbehindert u.s.w.
- Die Soziale Arbeit der AWO-OPR orientiert sich am Erreichen einer Lebensnorm, die frei von Not, Benachteiligung, Herrschaft und Gewalt ist, sich an den Werten individueller Freiheit wie sozialer Gerechtigkeit ausrichtet und auf die Menschenrechte als universelle Kultur Bezug nimmt.
- Die AWO-OPR bemüht sich, ihre Anliegen verständlich und adressatenorientiert zu formulieren.
- Im Selbstverständnis der AWO-OPR ist Soziale Arbeit in erster Linie Kooperation. Sie ist aber auch Konflikt, wobei Konflikt nie um des Konfliktes willen gesucht werden soll. Es gibt aber Themen und Bereiche, die schon nur dadurch, dass sie gegen den kulturell dominanten Code verstoßen, konflikthaft sind.
- Die AWO-OPR bemüht sich, Individuen, Gruppen und Familien die ihnen gebührende, massgeschneiderte Hilfe und Unterstützung zu geben, ihnen aber auch – wenn erforderlich - zugleich bewusst zu machen, wie sie mit Benachteiligung, Rechtlosigkeit und Unterdrückung bis jetzt umgegangen sind, ob sie ihnen überhaupt bewusst ist und welche konstruktiven fremd- oder selbstschädigenden Verhaltensweisen sie dabei entwickelt haben. Dabei bemüht sich die AWO-OPR den AdressatInnen - neben der Erhellung und Veränderung der alten sozialen Beziehungen – auch neue Zugänge und Mitgliedschaften in ihrem sozialen Umfeld zu eröffnen.
- Die AWO-OPR unterstützt diskriminierte Menschen dabei, legitime Ansprüche zu formulieren und ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen.
- Die AWO-OPR bemüht sich um Ressourcenerschließung und Normalisierung.
- Private Nöte und Probleme werden ggf. in Zusammenarbeit mit den AdressatInnen neu definiert, auch als konfliktives Verhältnis zu einer behindernden Sozialstruktur.
- Soziale Arbeit bei der AWO-OPR gilt in erster Linie den hilfesuchenden Menschen und nicht den sozialen Einrichtungen. Die Regeln der Organisation müssen also ständig hinterfragt, analysiert und ggf. verändert (demokratisiert) werden (Schließt die Organisation störende und unangenehme Adressaten aus?, wirkt sie an der Privatisierung von Problemen mit ? Ist sie nur der „verlängerte Arm“ einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung ? u.s.w.).
- Die AWO-OPR unterstützt alternative Organisationsformen, wie z.B. Selbsthilfeinitiativen, immer aber auch unter Beachtung einer Allianzenbildung und nicht einer Aufstellung von Rangfolgen unter Benachteiligtengruppen.
- Die AWO-OPR wirkt sozialpolitisch durch die Einbringung präzisen Fachwissens über die AdressatInnen sozialer Arbeit sowie über die organisatorischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge, in denen sie arbeitet.


